Value at Risk

Liebe Community diesen Freitag stellen wir euch den Value-at-Risk vor.

Viel Spaß beim Lesen!!
#financialfriday

Value-at-Risk

Der Value-at-Risk (VaR) ist ein in der Finanzwelt etabliertes Risikomaß zur Messung von Downside-Risiken eines Portfolios. Der VaR quantifiziert die maximale Verlusthöhe einer Position, die bei gegebener Wahrscheinlichkeitsverteilung der Renditen beziehungsweise Marktpreise nicht überschritten wird. Der VaR ist also das Quantil der Verlustfunktion. Er formuliert also beispielsweise die Aussage: „Mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% wird der Verlust in den nächsten zehn Handelstagen nicht größer als ein bestimmter Euro-Betrag sein.“

Der VaR wird zur Messung von unterschiedlichen Risikoarten verwendet. Mit ihn kann das Risiko eines Aktienportfolios, Zinsportfolios oder auch eines Kreditportfolios beschrieben werden. Die betriebswirtschaftliche Interpretation bleibt bei allem dieselbe. Kreditinstitute benützen den VaR zur täglichen Risikosteuerung und –überwachung, zur Ermittlung der Risikotragfähigkeit und zur Allokation von Eigenkapital über Geschäftsbereiche hinweg. Auch die Berechnungsformel für die Eigenkapitalunterlegung von Kreditrisiken (IRB-Ansatz), welcher von seitens der Bankenaufsicht gefordert wird, enthält ein VaR-Modell.

Der VaR ist zwar in der Finanzwelt weit etabliert und wird auch von Industrie- und Handelsunternehmen verwendet, doch beinhaltet er einige Schwächen. Es werden zum einen große Daten an historischen Beobachtungen gebraucht, zum anderen kann zwar der Prognosehorizont durch die Wurzel-T-Regel rechnerisch erweitert werden, die Zuverlässigkeit hängt aber von der Gültigkeit der Verteilungsannahme ab. Zudem unterstellt der VaR eine Normalverteilung, welche Extremereignisse nur bedingt gut abbildet. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass sich Ereignisse in naher Zukunft so verhalten wie in der Vergangenheit.

2018-07-05T18:47:01+00:00